IJOS GmbH
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FoBi-ID: 0601 14. Februar 2019 - 14. Februar 2019
Vom Hoffnungsträger zum Auslaufmodell?

Programm:

Kinderhäuser und ähnliche familienorientierte Angebote gelten unberechtigterweise zunehmend als nicht mehr zeitgemäße Auslaufmodelle. Im Rahmen der anstehenden SGB VIII-Reform sollen beispielsweise familienanaloge Angebotsformen, die bislang dem § 34 SGB VIII zugeordnet werden aus dem Einrichtungsraster herausfallen. Erziehungsstellen (SPLG) erhalten somit zukünftig keine Betriebserlaubnis mehr.

In vorliegenden Gesetzesentwürfen wird eine Abgrenzung zu Pflegeltern und Tagesmüttern getroffen, bei denen die Kinder und Jugendlichen bestimmten Personen zugeordnet sind. In einer Einrichtung wird dagegen die Erziehungsverantwortung nicht (dauerhaft) einer individuell bestimmbaren Person übertragen, sondern mehreren Personen, die auch wechseln können. Bei Erziehungsstellen handelt es sich nach diesen Gesetzesentwürfen nicht mehr um stationäre Einrichtungen und werden somit zukünftig wohl dem Bereich § 33 (2) SGB VIII zugeordnet. Als Konsequenz können zukünftig für Erziehungsstellen auch keine Leistungs- und Entgeltvereinbarungen nach §§ 78 a ff SGB VIII abgeschlossen werden.

Erziehungsstellen sind dann Pflegestellen und werden explizit nicht mehr im Anwendungsbereich des §§ 78 ff SGB VIII enthalten sein. Erziehungsstellenträger müssen dann ihre Finanzierungsvereinbarungen mit den belegenden Jugendämtern abschließen. Einen Anspruch auf Entgeltfinanzierung wie bislang gibt es dann nicht mehr.

Angesichts der drohenden gesetzlichen Veränderungen, aber auch aufgrund bestehender Gesetze (z.B. Mindestlohngesetz, Präventionsgesetz, Bundesteilhabegesetz, etc.) und deren Auswirkungen auf die Leistungserbringung im familienanalogen Kontext ist die Teilnahme an unserer Veranstaltung für Entscheidungsträger im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe (Geschäftsführungen, Einrichtungsleitungen, päd. Leitungen) sinnvoll und notwendig.

In unserem Seminar möchten wir mit Ihnen sowohl über die Chancen als auch über die Risiken und Herausforderungen der Zukunft diskutieren und Möglichkeiten darstellen, um den Risiken zu begegnen.


Rechtliche Rahmenbedingungen und Rechtsprobleme
Rechtsanwalt Prof. Dr. Florian Gerlach (IJOS Rechtsanwälte)

Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Kinderhäusern gehört seit Jahrzehnten zum anerkannten Leistungsspektrum im Rahmen der Hilfen zur Erziehung. Wegen des familiären Settings wirft die Leistungsgewährung eine Reihe spezifischer Rechtsfragen auf, die allein bei Kinderhäusern relevant sind. Aktuelle Rechtsfragen und Auseinandersetzungen drehen sich etwa um die Frage der fachlichen und wirtschaftlichen Abgrenzung der betrieblichen von der privaten Ebene, Qualifikationsanforderungen an Leitungs- und sonstiges Einrichtungspersonal, Betrugsvorwürfe, Aufnahme- und Belegungsstopps, Haftungsfragen und anderes mehr. Insbesondere soll der Frage nachgegangen werden, welche Risiken und Chancen die Novellierung des SGB VIII mit sich bringen wird.

Arbeitsrechtliche Strategien und Konzepte
Rechtsanwalt Michael Kriegsmann (IJOS Rechtsanwälte), Fachanwalt für Arbeitsrecht

Kinderhäuser und familienanaloge Betreuungsformen bringen besondere arbeitsrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Herausforderungen mit sich.
„In arbeitsrechtlicher Hinsicht ist zunächst das Arbeitszeitgesetz bezüglich der täglichen und Wochen- Arbeitszeit zu berücksichtigen. Unter der Geltung des Mindestlohngesetzes muss darüber hinaus insbesondere bei Bereitschaftsdiensten darauf geachtet werden, dass diese mit mindestens 8,84 € je Arbeitsstunde entgolten werden müssen. Wichtig ist außerdem die gewählte Vertragsart: Wird die Betreuungsleistung im Rahmen eines freien Dienstvertrages erbracht oder handelt es sich um eine „Beschäftigung“ gemäß § 7 SGB IV: Im letzteren Falls sind Sozialversicherungsbeträge abzuführen. Diese und weitere praktische Fragen werden im Rahmen des Seminars erörtert.“

Finanzierungsfragen und betriebswirtschaftliche Strategien
Dr. Frank Plaßmeyer (Dipl. Betriebswirt, M.A.)

Immer wieder stellen wir in unserem Beratungsalltag fest, dass Träger von Kleinsteinrichtungen die Aktualisierung bzw. Neuverhandlung Ihrer Entgelte stark vernachlässigen. In Extremfällen liegt die letztmalige Verhandlung von Leistung, Entgelt und Qualitätsentwicklung länger als 5 Jahre zurück. Die Folgen sind Selbstausbeutung und strukturelle Finanzierungslücken, die den Betreibern oftmals erst nach Jahren, und fast immer viel zu spät, auffällig werden. Hinzu kommen zahlreiche betriebswirtschaftliche und juristische Nachlässigkeiten, die im schlimmsten aller Fälle den Fortbestand der Einrichtung gefährden können.

In unserem Seminar werden wir speziell für Kleinsteinrichtungen zahlreiche Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie als Einrichtungsträger solchen existenzgefährdenden Risiken begegnen können. Weiterhin stellen wir dar, wie Ihre Buchführung sowie Ihre Personaleinsatznachweise aufgebaut sein sollten, um z. B. im Falle eines unbegründeten Betrugsvorwurfes jeglichen Verdacht ausräumen zu können.

Referenten:

gerlach klein  Kriegsmann klein  plassmeyer klein
Prof. Dr. Florian Gerlach Michael Kriegsmann Dr. Frank Plaßmeyer

Methoden:

Die Referenten werden sich Zeit nehmen, um auf Ihre individuellen Fragestellungen einzugehen. Gerne können Sie uns auch im Vorfeld schriftlich Ihre Fragen mitteilen. Diese werden dann im Seminarverlauf behandelt und beantwortet.

Zeitlicher Ablauf:

09.30 Uhr Stehkaffee
10.00 Uhr Seminarbeginn
12.30 - 13.30 Uhr Mittagspause
17.00 Uhr Ende

Zielgruppe:

Das Seminar richtet sich in erster Linie an Leitungskräfte von Anbietern und Trägern der Erziehungshilfe mit Angeboten wie Kinderhäusern, familienanalogen Kleingruppen, Kleinstheimen oder Erziehungsstellen sowie an Komplexträger der Jugendhilfe, die beabsichtigen, ihr Angebot um familienanaloge (stationäre) Betreuungsformen zu ergänzen.

Seminarinformationen

FoBi-ID 0601
Beginn 14.02.2019 9:30
Ende 14.02.2019 17:00
Dauer 1 Tag
max. Teilnehmer 25
Anmeldeschluss 09.02.2019
Einzelpreis € 358,00
Referent(en) Prof. Dr. Florian Gerlach, Dr. Frank Plaßmeyer, Michael Kriegsmann
Ort
Georgsmarienhütte, Haus Ohrbeck
Am Boberg 10, 49124 Georgsmarienhütte
Georgsmarienhütte, Haus Ohrbeck
Fortbildungsflyer (PDF) 2019.02.14_ID-0601_Quo Vadis Kinderhaeuser.pdf

Veranstaltungsort - Georgsmarienhütte, Haus Ohrbeck

Adresse:

Haus Ohrbeck- Katholische Bildungsstätte
Am Boberg 10
49124 Georgsmarienhütte

Anreise:

Mit dem PKW:

Bremen oder Münster A 1

  • A 1 bis Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück
  • A 30 in Richtung Osnabrück/Hannover bis zur Abfahrt Osnabrück-Sutthausen (Nr. 17)
  • in Richtung Hagen a.T.W., nach 3 km im Ortsteil Holzhausen liegt rechter Hand Haus Ohrbeck

Hannover A 30

  • A 30 in Richtung Osnabrück/Amsterdam bis zur Abfahrt Osnabrück-Sutthausen (Nr. 17)
  • in Richtung Hagen a.T.W., nach 3 km im Ortsteil Holzhausen liegt rechter Hand Haus Ohrbeck

Bielefeld A 33

  • A 33 bis Autobahnkreuz Osnabrück-Süd
  • A 30 bis zur Abfahrt Osnabrück-Sutthausen (Nr. 17)
  • in Richtung Hagen a.T.W., nach 3 km im Ortsteil Holzhausen liegt rechter Hand Haus Ohrbeck

Bad Iburg

  • bis Hagen a.T.W.
  • dann Richtung Osnabrück

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit dem »Veranstaltungsticket« der Deutschen Bahn können Sie Ihre Hin- und Rückfahrt nach Osnabrück von jedem Bahnhof in Deutschland zum Festpreis von insgesamt 99 € buchen. Das Ticket muss mindestens drei Tage vor Seminarbeginn telefonisch unter der Servicenummer 01806 / 311153 mit dem Stichwort »KK Seminar« gebucht werden. Ab Osnabrück ist es mit dem Bus nur ein Katzensprung bis Haus Ohrbeck – und der Bus hält direkt unterhalb vom Haus.

ab Osnabrück Hauptbahnhof

  • ab Osnabrück Hauptbahnhof mit der NordWestBahn Richtung Bielefeld bis Bahnhof Sutthausen (stündlich)
  • ab Bahnhof Sutthausen mit den Bus-Linien 471  / 472 / 473 (alle 20 Minuten) stadtauswärts bis Haltestelle Kloster Ohrbeck (Fahrzeit 5 Minuten) oder zu Fuß (1,5 km)

ab Bielefeld Hauptbahnhof

  • ab Bielefeld Hauptbahnhof mit der NordWestBahn Richtung Osnabrück bis Bahnhof Sutthausen (stündlich)
  • ab Bahnhof Sutthausen mit mit den Bus-Linien 471  / 472 / 473 (alle 20 Minuten) stadtauswärts bis Haltestelle Kloster Ohrbeck (Fahrzeit 5 Minuten) oder zu Fuß (1,5 km)

Weitere Infos:

€ 358,00 1

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